Zollpräferenzen für Thailand fallen am 01. Januar 2015 weg


Das Allgemeine Präferenzsystem (APS, Englisch: GSP – Generalized System of Preferences) wurde vor einem Jahr grundlegend geändert, indem die Zollpräferenzen für zahlreiche Länder wegfielen. In der Verordnung (EU) Nr. 1421/2013 vom 30. Oktober 2013 (Abl. Nr. L 355/1 vom 31. Dezember 2013, 7. Erwägungsgrund) wurde zudem der Wegfall der Zollpräferenzen für Thailand, Ecuador, China und die Malediven zum 1. Januar 2015 bekanntgegeben.

Streichung Thailands kann breitere Wirkung entfalten.

Für Waren aus China bestehen schon seit längerem eingeschränkte Zollpräferenzregelungen, ab dem 1. Januar 2015 sollen sie komplett entfallen. Insbesondere der Wegfall von Zollpräferenzen für Waren aus Thailand kann Auswirkungen auf die Einfuhr von Waren aus begünstigten Ländern der südostasiatischen Kumulierungszone haben. So kann beispielsweise Indonesien nicht mehr von einer Kumulierung mit thailändischen Vormaterialen profitieren, da diese ab dem 1. Januar 2015 keinen präferenziellen Ursprung mehr haben.

Die EU verhandelt zwar mit Thailand seit März 2013 offiziell über den Abschluss eines umfassenden Freihandelsabkommens, welches auch die Beseitigung von Zöllen beinhalten soll. Bisher wurde jedoch nur ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, ein Abschluss der Verhandlungen ist noch nicht absehbar.

Bereiten Sie sich frühzeitig auf die Änderungen vor.

Maßgeblicher Zeitpunkt für die Gewährung von Zollpräferenzen ist die Annahme der Zollanmeldung durch die Zollbehörden. Befinden sich Ihre Waren auf dem Weg in das Zollgebiet der EU und sollen diese bei der Anmeldung zur Überführung in den freien Verkehr noch von Präferenzzöllen profitieren, sollten Sie schnellstmöglich mit uns in Kontakt treten. Das gleiche gilt für Waren aus den betroffenen Ländern, die sich derzeit in einem Zolllager befinden: Unter Umständen lohnt sich eine Entnahme noch in diesem Jahr.