WTO Abkommen: China, USA, EU schaffen Zölle für High-Tech Güter ab


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Zahlreiche Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) einigten sich am 24. Juli 2015 über eine Erweiterung des Informationstechnologie-Abkommens (Information Technology Agreement). Die beteiligten 54 WTO-Mitgliedstaaten – darunter China, USA und die Mitgliedstaaten der EU – wollen damit die Zölle für mehr als 200 Waren der Informationstechnologie abschaffen. Betroffen sind Waren im Wert von mehr als einer Billion Euro, was ca. 90% des weltweiten Handels mit diesen Waren entspricht.

Von medizinischen Gütern, über Videospiele, bis hin zu LED-Modulen und Halbleiter

Mit der Erweiterung des Abkommens schaffen die Unterzeichnerstaaten die Zölle für eine lange Liste von Waren ab. Die Liste umfasst High-Tech Güter aus verschiedenen Bereichen: Von medizinischer Technologie wie Ultraschallgeräte über Videospiele, Hi-Fi-Geräte und Kopfhörer, bis hin zu LED-Modulen und Halbleiter. Auch für Videokonsolen, Router, Kopiermaschinen, Blue-ray- und DVD-Spieler, GPS Geräte und Touchscreens für Smartphones werden die Zölle abgeschafft. Erfasst sind damit nicht nur Endprodukte, sondern auch zahlreiche Teile und Komponenten. Da die EU bisher für Waren der Unterhaltungselektronik relativ hohe Zölle festgesetzt hat (bis zu 14%), dürften insbesondere in diesem Sektor zahlreiche EU-Wirtschaftsbeteiligte von dem neuen Abkommen profitieren. So werden auch die Zölle für Digitalempfänger, Videokameras und Monitore mit Kathodenstrahlröhren aufgehoben. Zu beachten ist jedoch, dass die Aufhebung nicht alle High-Tech Güter umfasst, sondern nur die explizit im Abkommen genannten. Bestimmte Monitore, Projektoren und insbesondere Fernseher finden sich beispielsweise nicht auf der Befreiungsliste.

Inkrafttreten des Abkommens am 1. Juli 2016

Die 54 WTO-Mitgliedstaaten, die an den Verhandlungen zur Erweiterung des Informationstechnologie-Abkommens teilnahmen, wollen das Abkommen im Dezember bei der Welthandelskonferenz in Nairobi unterzeichnen. Am 1. Juli 2016 soll das Abkommen dann in Kraft treten. Ab diesem Datum beginnt eine drei-Jahres-Frist zu laufen, innerhalb derer die Unterzeichnerstaaten das Abkommen in die nationale Gesetzgebung übernehmen müssen. In der EU wird dafür voraussichtlich eine Verordnung ergehen. Zahlreiche Wirtschaftsverbände drängen bereits jetzt auf eine rasche Umsetzung des Abkommens, damit dessen Vorteile – geringere Kosten bei der Ein- und Ausfuhr von Waren, größere Anteile am globalen Markt für High-Tech Waren, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Innovation – alsbald realisiert werden können.

Betroffene Wirtschaftsbeteiligte sollten sich auf die Abschaffung der Zölle für viele High-Tech Güter vorbereiten, damit die Vorteile frühzeitig genutzt werden können. Holen Sie sich dafür Rat bei den Experten für effiziente ZolllösungenPorath Customs Agents.