Import von Arzneimitteln und Chemikalien - Zollabfertigung von Waren aus den Branchen Chemie und Pharma


Sanctioned Party List Screening, UN-Embargos, Einhaltung des Chemiewaffen-Übereinkommens oder Auflagen zur Ausfuhr von Drogenvorprodukten sind nur einige der Hürden, die Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche nehmen müssen. Zoll-Compliance zu garantieren und die Warenströme ungehindert und termingerecht ans Ziel zu lenken, stellen diese Unternehmen meist vor außergewöhnlich hohe Anforderungen. Chemie-Import- und Export, Arzneimittel-Import und -Export: Hier steht Ihnen Porath Customs Agents als verlässliche Zollagentur mit langjähriger Erfahrung zur Seite.

Zollabwicklung von Chemikalien

Die Grundlage für die Kontrolle der Chemikalien im grenzüberschreitenden Transport durch die Zollbehörden ist die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), sowie § 21a Abs. 1 des Chemikaliengesetzes (ChemG). Danach überwachen die Zollstellen die Ein- und Ausfuhr von Stoffen und Erzeugnissen, die dem ChemG oder einer damit verbundenen Rechtsverordnung der Europäischen Union unterliegen.

Die Verordnungen betreffen sogenannte VuB-Waren. Das sind Waren, die „Verboten und Beschränkungen“ unterliegen, zum Beispiel Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen und persistente organische Schadstoffe. Weitere Bereiche beinhalten Produktsicherheit, Abfallrecht, Sprengstoffe und Chemikalien für die Herstellung von Chemiewaffen (entsprechend dem Chemiewaffenübereinkommen oder CWÜ).

Aktuelle Informationen zur Ausfuhr von Chemikalien sind auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.ausfuhrkontrolle.info) verfügbar. Die Experten von Porath Customs Agents sind mit diesen komplexen Verordnungen bestens vertraut und beraten Sie gern.

Um Chemikalien korrekt bei Zollbehörden anmelden zu können, gibt es umfangreiche Verzeichnisse: Das Europäische Zollinventar chemischer Erzeugnisse (ECICS) enthält rund 35.400 chemische Bezeichnungen. Es beinhaltet auch den dazugehörigen Code der Kombinierten Nomenklatur (KN) der EU für die zolltarifliche Einreihung. Die KN beruht auf dem von der Weltzollorganisation (WZO) geschaffenen „Harmonisierten System zur Bezeichnung und Codierung der Waren“, das weltweit von vielen Ländern angewendet wird. Außerdem enthalten ECICS-Einträge:

  • die CUS-Nummer – eine Kennung, die die Datenbank-Abfrage und den Austausch mit den Zollbehörden vereinfacht,
  • die CAS-Nummer (Chemical Abstracts Service Registry Number) nach dem internationalen Bezeichnungsstandard für chemische Erzeugnisse.

Das ECICS wird regelmäßig von der Generaldirektion Steuern und Zollunion aktualisiert.

Pharmazeutische Produkte bei der Zollabfertigung

Die deutschen Zolldienststellen können beim Import von Arzneimitteln und pharmazeutischen Wirkstoffen Sendungen anhalten und prüfen, ob die Vorschriften nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) eingehalten worden sind. Überprüft wird unter anderem, ob:

  • die erforderlichen Einfuhrerlaubnisse, Zertifikate und Bescheinigungen vorliegen,
  • es sich um zugelassene, registrierte und genehmigte Arzneimittel handelt,
  • die Kennzeichnungsvorschriften eingehalten wurden,
  • Arzneimittel einen deutschsprachigen Beipackzettel enthalten.

Die Liste P (Anhang 3 der VO 578/2002) enthält die Codenummern pharmazeutischer Stoffe, die beim Import in die EU zollfrei eingeführt werden können.