Freihandelsabkommen: EU und Vietnam einigen sich


Die EU-Kommissarin für Handel, Cecilia Malström, hat am 4. August 2015 bekanntgegeben, dass sich die EU und Vietnam über den Abschluss eines Freihandelsabkommens geeinigt haben. Nach Verabschiedung der endgültigen Fassung des Abkommens sollen die meisten Zölle auf Waren, die zwischen den zwei Wirtschaftsräumen gehandelt werden, aufgehoben werden. Vietnam ist nach Singapur bereits der zweite ASEAN-Mitgliedstaat, mit dem ein Freihandelsabkommen abgeschlossen wird.

Vorteile sowohl für die EU als auch für Vietnam

Die Handelskommissarin erwartet, dass sowohl die EU als auch Vietnam enorm von dem Freihandelsabkommen profitieren werden. Immerhin hängen in der EU mehr als 31 Millionen Arbeitsplätze an der Exportwirtschaft. Für Vietnam bedeutet das Abkommen, dass der ohnehin schon ausgiebig betriebene Warenaustausch mit der EU weiter ausgebaut wird: Nach China ist die EU der zweitwichtigste Handelspartner Vietnams. Waren im Wert von mehr als 22 Milliarden Euro werden jährlich in die EU exportiert, insbesondere Telefongeräte, andere Elektrowaren, Schuhe, Textilien und Kleidung, Kaffee, Reis und Meeresfrüchte. Für die EU ist Vietnam ein wichtiger Abnehmer von High-Tech Produkten wie Kraftfahrzeuge, Maschinen oder Flugzeuge.

Abkommen soll den Marktzugang erleichtern

Das Abkommen schafft fast alle Zölle zwischen den zwei Wirtschaftsräumen ab. Zudem erhalten europäische Wirtschaftsbeteiligte verbesserte Möglichkeiten, Investitionen in Vietnam zu tätigen und Dienstleistungen anzubieten. Vietnam verpflichtet sich, den Handel mit Finanzdienstleistungen zu liberalisieren und den Zugang zu Märkten wie Telekommunikation, Transport und Postwesen zu erleichtern. Auch die Vergabe öffentlicher Aufträge in Vietnam soll transparenter ausgestaltet werden.

Zahlreiche Zölle sollen erst nach 10 Jahren aufgehoben werden

Die Aufhebung der Zölle wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Um dem vietnamesischen Markt eine Anpassungszeit einzuräumen, werden beispielsweise die vietnamesischen Zölle auf Kraftfahrzeuge erst nach 10 Jahren aufgehoben. Demgegenüber will die EU die Zölle auf Textilien erst nach 7 Jahren aufheben und insbesondere dafür sorgen, dass die Einfuhr vietnamesischer Textilien strengen Ursprungsregeln unterliegt. Damit soll die zollfreie Einfuhr von Textilien aus China über den Umweg Vietnam verhindert werden. Die Handelskommissarin rechnet mit einer Unterzeichnung des Abkommens bis zum Ende des Jahres. Danach müssen Rat und Europäisches Parlament das Abkommen absegnen, bevor es dann endgültig in Kraft tritt.

Das Freihandelsabkommen schafft neue Möglichkeiten, den Warentransfer mit Vietnam effizienter zu gestalten. Optimierungsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht nur beim Handel mit Vietnam: Die Experten von Porath Customs Agents sorgen dafür, dass Ihre Lieferketten nicht ins Stocken geraten – egal wo sich Ihre Waren befinden.