Die Aufhebung des Hamburger Freihafens – nicht nur ein Thema in Hamburg


Die Auflösung des Hamburger Freihafens beschäftigt nicht nur die Hamburger Unternehmen. Auch die Kunden des Hamburger Hafens, die die Geschehnisse aus weiter Entfernung betrachten, haben einen großen Informationsbedarf. Denn auch sie wollen wissen: Was ändert sich für mein Unternehmen? Auf was muss ich mich ab 2013 einstellen, und was bedeutet das für meine Prozesse?

Vor diesem Hintergrund lud der Maritime Gesprächskreis Stuttgart, der dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert, seine interessierten Mitglieder aus der maritimen Logistik zu einem Vortrag mit dem Thema „Vom Freihafen zum Seezollhafen – was ändert sich für die Unternehmen?“ ein. Als Referent wurde Thorsten Porath, Geschäftsführer von Porath Customs Agents mit Hauptsitz in Hamburg, eingeladen.

Dass das Thema auch im Süden Deutschlands aktuell ist, zeigte die enorm hohe Beteiligung. „Für diese Veranstaltung hatten wir die höchste Anmeldequote in unserer 20-jährigen Geschichte“ so der Personalberater Christoph Kernen, Initiator und zusammen mit Michael Deil Veranstalter des MGKS.

110 Gäste aus Baden-Württemberg hörten am Mittwochabend dem eineinhalbstündigen Vortrag von Thorsten Porath gespannt zu, und hatten anschließend noch die Gelegenheit, offene Fragen zu klären. „Viele Fragen und Probleme werden sich erst ergeben, wenn erste Praxiserfahrungen aus dem Überleitungskonzept vorliegen. Die Standardprozesse werden sich schnell einspielen“, sagt Thorsten Porath, „doch es gibt ganz bestimmt einige Besonderheiten, an die bislang noch niemand gedacht hat“.

Tatsächlich gibt es zurzeit noch einige offene Fragen. So ist zum Beispiel in der heutigen Freizone das Neutralisieren von Sendungen, also die Änderung der Markierung, kein Problem. Zukünftig werden sich diese Waren in der vorübergehenden Verwahrung befinden, im Rahmen derer diese Tätigkeit nicht erlaubt ist. Nach Informationen des Hauptzollamts Hamburg-Hafen arbeitet man bereits an einer Lösung für dieses Problem. Derzeit prüft der Zoll, ob diese Tätigkeit unter Mitwirkung der Zollstelle zollrechtlich möglich ist. Theoretisch könnte dies durch eine Mitteilung an die Zollstelle erfolgen, dass solch eine Neutralisierung für eine bestimmte Sendung durchgeführt werden soll. Der Zoll hätte dann die Möglichkeit, die Tätigkeit über die mobilen Kontrolleinheiten zu überwachen.

Interessierte können sich den Vortrag hier herunterladen: Präsentation Freihafen MGKS – Stuttgart 071112
Anmerkung: Für die Seiten 25-39 (ausgenommen Wiederausfuhr) kann der Artikel “Vom Freihafen zum Seezollhafen – wichtige Informationen für die Umstellung” als Skript verwendet werden.