Aflatoxin-Risiko: EU regelt Einfuhr bestimmter Lebens- und Futtermittel neu


Die Kommission hat mit der Durchführungsverordnung DVO (EU) Nr. 884/2014 vom 13. August 2014 (Abl. Nr. L242/4 vom 14. August 2014) die Einfuhr bestimmter Lebens- und Futtermittel aus einer Reihe von Drittländern neu geregelt, um dem gestiegenen Risiko einer Aflatoxin-Kontamination zu begegnen. Durch die neue Verordnung wird die bisher geltende Verordnung (EG) Nr. 1152/2009 vom 27. November 2009 (Abl. Nr. L313/40 vom 28. November 2009) aufgehoben.

Aflatoxin-Höchstwerte müssen eingehalten werden

Aufgrund ihrer Bedrohung für die menschliche Gesundheit hat die EU Höchstgehalte für Aflatoxine in Lebensmitteln festgelegt. Bei Kontrollen in der Vergangenheit hat die EU vermehrt Überschreitungen der zulässigen Höchstgrenzen bei bestimmten Lebensmitteln aus bestimmten Ländern festgestellt. Um der Bedrohung wirksam zu begegnen werden nun auch Mischfuttermittel und zusammengesetzte Lebensmittel in den Anwendungsbereich der Verordnung aufgenommen.

Nuss- und Trockenfruchtprodukte weisen erhöhte Aflatoxin-Werte auf

Betroffen sind vor allem Paranüsse, Erdnüsse, Pistazien und Wassermelonenkerne mit Ursprung China, Brasilien, Ägypten, Ghana, Indien, Nigeria oder Iran sowie zahlreiche Nuss- und Trockenfruchtprodukte aus der Türkei. Im Anhang I der DVO (EU) Nr. 884/2014 werden die entsprechenden Produkte mit ihrem KN (Kombinierte Nomenklatur)-Code und Ursprungs- oder Herkunftsland aufgeführt.

Mehr Kontrollen um dem Gesundheitsrisiko zu begegnen

Die Einfuhr der betroffenen Produkte aus den genannten Ländern unterliegt verschärften Kontrollen. Die nationalen Behörden der Ursprungs- oder Herkunftsländer müssen eine Genusstauglichkeitsbescheinigung gemäß dem in Anhang II der DVO (EU) Nr. 884/2014 aufgeführten Muster ausstellen, bevor die Produkte in die EU eingeführt werden können. Zudem gelten verschärfte Anforderungen an zu erteilende Vorabinformationen über das Eintreffen der Waren in Eingangsorten der EU. Damit soll sichergestellt werden, dass die zuständigen nationalen Behörden der Mitgliedstaaten wirksam Kontrollen vornehmen können. Die Verordnung verlangt zudem, dass die Behörden insgesamt mehr Kontrollen vornehmen, um die Einhaltung der Aflatoxin-Höchstwerte zu überprüfen.

Verringerung des Verwaltungsaufwands durch Verwendung des GDE

Um den Verwaltungsaufwand bei der Einfuhr von Lebens- und Futtermittel zu verringern, soll auch für die in Anhang I der Verordnung DVO (EU) Nr. 884/2014 genannten Produkte das Gemeinsame Dokument für die Einfuhr (GDE) verwendet werden. Das GDE wurde ursprünglich nur für die Einfuhr von Lebensmitteln verlangt, die in der Verordnung (EG) Nr. 669/2009 vom 24. Juli 2009 (Abl. L194/11 vom 25. Juli 2009) aufgeführt sind.

Weniger Kontrollen für bestimmte Produkte

Die Verordnung DVO (EU) 884/2014 enthält schließlich auch einige Erleichterungen. Aufgrund zufriedenstellender Kontrollergebnisse werden die besonderen Bedingungen für die Einfuhr von Mandeln aus den USA aufgehoben und die Beprobungsintervalle bei Haselnüssen aus der Türkei und Paranüssen in der Schale aus Brasilien verringert.