Änderungen des Harmonisierten Systems ab Januar 2017


Die Weltzollorganisation (WCO) hat eine Liste der Änderungen des Harmonisierten Systems (HS) veröffentlicht, die ab Januar 2017 in allen WCO-Mitgliedsstaaten bindend sind. Die WCO ist zuständig für die Verwaltung und Änderung des HS, das etwa alle fünf Jahre aktualisiert wird.

Änderungen machen Anpassungen der Kombinierten Nomenklatur erforderlich.

Änderungen am HS werden durch die WCO regelmäßig vorgenommen, wobei Veränderungen in den Handelsbeziehungen, aber auch technologische Fortschritte berücksichtigt werden. Das HS bestimmt die ersten sechs Stellen der Tarifnummer einer Ware, die restlichen Stellen können durch die WCO-Mitgliedstaaten autonom festgelegt werden. Als einheitliches Zollgebiet bedeutet das für die EU, dass die Kombinierte Nomenklatur (KN, Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 vom 23. Juli 1987, Abl. Nr. L 256 vom 7. September 1987) entsprechend angepasst werden muss.

Unterschiedliche Waren betroffen.

Die WCO hat bei ihren Änderungen Vorschläge seitens der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (Food and Agriculture Organization of the United Nations) berücksichtigt. Sie zielen auf eine verbesserte Lebensmittelsicherheit und einen stärkeren Umweltschutz ab. So wurden etwa einige neue Unterkategorien für Fischprodukte eingeführt, um den Handel mit Fisch effektiver kontrollieren zu können. Dies soll einer nachhaltigen Fischereiwirtschaft und einer verbesserten Lebensmittelsicherheit dienen. Diese Zielsetzung geht insbesondere mit einer stärkeren Ausdifferenzierung der Unterkategorien einher. Produkte aus Krebstieren, Weichtieren und anderen wirbellosen Tieren werden nun im Detail erfasst, da in diesem Bereich ein signifikanter Anstieg des Handels beobachtet wurde. Neben Fischprodukten sind jedoch noch einige andere Bereiche von den Änderungen betroffen. Darunter fallen vor allem den Landwirtschaftssektor, Chemiewaren, Holzprodukte, Textilien und der Maschinenbausektor.

Chemiewaren werden strenger kontrolliert.

Besonders auf Bereiche der Chemieindustrie kann das neue HS starke Auswirkungen haben. In diesem Bereich wurden für besonders gefährliche Chemikalien neue Unterkategorien geschaffen, um eine bessere Kontrolle dieser Stoffe gewährleisten zu können. Gleiches gilt für natürliche Stoffe, die zur Herstellung von Narkotika oder Betäubungsmitteln geeignet sind. Auch hier entstehen ab 2017 neue Unterkategorien, die eine strengere Kontrolle des Handels bezwecken.

sc