Abgabe mündlicher Zollanmeldungen weiterhin zulässig


Zurzeit werden zahlreiche Speditions- und Logistikunternehmen von ihren Kunden mit der Frage konfrontiert, ob Mitte dieses Jahres die Möglichkeit wegfalle, bei gewerblichen Im- und Exporten unter einem Warenwert von 1000,00 EUR mündliche Zollanmeldungen abzugeben.


Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) stellt klar, dass diese Verfahrenserleichterung bis auf weiteres bestehen bleibt. Sendungen unter 1000,00 EUR müssen damit weiterhin weder schriftlich noch elektronisch via ATLAS beim Zoll angemeldet werden.


Die Möglichkeit zur Abgabe der mündlichen Zollanmeldungen sollte mit Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (DVO) zum Modernisierten Zollkodex (MZK) bis spätestens 24. Juni 2013 abgeschafft werden.


Wie bereits berichtet, ist die Generaldirektion Steuern und Zollunion mit diesen Planungen gescheitert. Der Modernisierte Zollkodex wird spätestens am 1. November 2013 durch den Unionszollkodex (UZK) ersetzt. Der aktuell vorliegende Entwurf der DVO zum MZK, der die Verfahrenserleichterung nicht enthält, muss nun an den UZK angepasst werden und wird nach Einschätzung des DSLV nicht vor 2015 in Kraft treten. Für die Anwendung der IT-mäßigen Bestimmungen soll sogar ein Übergangszeitraum bis Ende 2020 festgelegt werden.


Der DSLV, der über seinen europäischen Dachverband CLECAT eng in die Debatte einbezogen ist, wird den weiteren Gesetzgebungsprozess – wie schon die vergangenen 13 Jahre – sorgfältig begleiten.